17. Februar 2026

Dachgeschichten: Wir reden mit Markus Brühl

Die Geschichte der ILD ist untrennbar mit der Frage verbunden, wie man Flachdächer wirklich zuverlässig prüfen kann. In unserem aktuellen Interview blicken wir gemeinsam zurück auf die Anfänge, auf technische Entwicklungen wie ProtectSys Control, auf die internationale Verbreitung des EFVM‑Verfahrens und die Flachdach Leckortung und auf die Haltung, die ILD seit drei Jahrzehnten prägt: Erfahrung schafft Vertrauen.

Ein Gespräch über Technik, Verantwortung und Vertrauen.

Wie begann die Geschichte der ILD?

M: Tja, die ILD hatte festgestellt, dass auf Flachdächern oft Undichtigkeiten vorhanden waren. Wir wollten sie eigentlich trocknen, aber die Leckageortung war vernachlässigt. Es gab zwar ein Gerät, damals hieß es das Geesengerät. Das war bekannt als Patent, aber diejenigen, die es gekauft hatten, hatten niemals eine genaue Hand, oder eher, die wurden nie angewiesen, wie sie es nutzen können; wie sie es gebrauchen können. Und da sind wir eingesprungen. Wir haben gesehen, das Gerät ist da, die Technik ist da, die muss bekannt gemacht werden.

Was hat die ILD von Beginn an angetrieben?

M: In 1996 haben wir uns auseinandergesetzt mit dieser Messtechnik. Und es war nicht um nur zu sagen, “wir gehen mal messen”, sondern es sollte eine wirklich kompetente Aussage sein. Der Kunde sollte wissen, dass eine Messung gemacht wurde, auf die er sich verlassen kann.

Wie entstand ProtectSys Control?

M: Bei unserer Messung haben wir festgestellt, dass Dichtigkeitsprüfungen schon was anderes sind als Leckortung. Bei Dichtigkeitsprüfungen sind andere physikalische Voraussetzungen notwendig als bei der Leckortung. Bei der Leckortung tropft es raus, bei Dichtigkeitsprüfungen weiß ich gar nicht: “Ist es dicht oder nicht dicht?”. Und da müssen Voraussetzungen geschaffen werden. DIe ProtectSys Control war damals das Medium, was wir entwickelt haben, um eine hundertprozentige Sicherheit für die Messung zu haben.

Wann wurde die Arbeit der ILD international relevant?

M: Wir haben 1996 begonnen. Im Jahr 2000 wurde die Technik auch in Nordamerika bekannt gemacht, durch einen ehemaligen ’Roof Consultant’ aus den USA, der diese Technik mitgenommen hat. Man kann sagen, dass er diesen Markt in Amerika als Einziger aufgerollt hat. Daher kommt auch der Name “EFVM - Electric Field Vector Mapping” aus den USA, weil es keinen anderen Ausdruck für eine Leckortung dort gab. Inzwischen ist die ILD weltweit bekannt, weil auch andere Länder die Technik genutzt haben, sowie unabhängige Unternehmen. Als ILD stehen wir im engen Austausch miteinander – über technische Entwicklungen, praktische Erfahrungen und die Erkenntnisse, die wir auf den verschiedenen Märkten sammeln.

Du hast das Motto “Erfahrung schafft Vertrauen”, sehr geprägt. Was bedeutet es denn für dich persönlich?

O: Ja, das ist mir sehr wichtig. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich: Wenn man einer Person nicht vertrauen kann, wird jede Zusammenarbeit schwierig. Und gerade bei der Flachdach Leckortung ist es so wichtig, dass man mit dem Kunden gut kommuniziert, was die Voraussetzung für die Messung ist. Es gibt elektrophysikalische Voraussetzungen, die berücksichtigt werden müssen. Und wenn man das nicht tut, dann können kleine Fehler zu großen Schäden führen. Die 30 Jahre jetzt, da haben wir oft bei Wind und Wetter auf dem Dach gestanden und haben alle Arten von Flachdächern überprüft: Diese Erfahrung wollen wir nicht missen. Das ist ein großer Schatz für uns.

"Erfahrung schafft Vertrauen"

Wie verändert sich die Arbeit durch neue Nutzungen von Flachdächern?

M: Flachdächer sind hochkomplexe Flächen, und ihre Nutzung hat sich über die Jahre grundlegend verändert - von frei bewitterten Dachflächen hin zu extensiv und intensiv begrünten Systemen. Photovoltaik und Urban Gardening zum Beispiel nutzen wir inzwischen auf eine Art, die wir uns gar nicht vorgestellt haben vor ein paar Jahren. Jetzt eine Messung durchzuführen kann herausfordernd sein. Deswegen konzentrieren wir uns auch gleichzeitig auf Monitoring, damit nicht die ganze Fläche überprüft werden muss, sondern nur Bereiche überprüft werden müssen im Rahmen der Leckortung. Sonst ist der Aufwand sehr groß.

Gab es einen Moment, der deine Arbeit nachhältig geprägt hat?

M: Wir machen Dichtigkeitsprüfungen seit wirklich vielen Jahren und wir führen Listen über die Arbeiten, d.h. auch wie viele Mängel wir gefunden haben auf den Dächern. Dann kriegt man schon eine Gänsehaut, wenn man darüber nachdenkt, dass über 50% der Dächer von Anfang an undicht sind. D.h. sie haben kapellare Schäden, offene Nähte oder Schäden durch andere Gewerke. Und wenn man das nicht überprüft, dann hat man ein Dach, das einfach nicht dicht ist. Dann kommt da Auflast drauf und im Nachhinein fragt man sich, wer den Schaden verursacht hat. Deswegen ist eine Prüfung der Dichtigkeit für uns ganz, ganz wichtig - aber auch für jeden Auftraggeber oder Bauherren.

Wohin geht der Weg der ILD Group?

M: Wir möchten weiterhin kompetente Partner für unsere Kunden sein. Wir möchten niemals sogenannte “Persilschein-Messungen” machen, wo wir nicht sicher sind ob das was wir machen, kompetent ist. Wir werden immer unseren Kunden beraten und werden es auch sagen, falls elektrophysikalisch eine Messung sehr schwierig ist, oder was gemacht werden muss, damit wir die Messung machen können. Wir wollen das Vertrauen, das wir haben, das wir von unseren Kunden bekommen, nicht verlieren. Wir wollen niemals die Größten sein, aber wir werden die Besten bleiben.