10. Juli 2026

Dachgeschichten: Wir reden mit Klaus Holm

Klaus Holm ist Geschäftsführer der ILD Deutschland und Experte seit 29 Jahren in der Flachdach Leckageortung sowie in der Flachdach Dichtheitsprüfung. Was sagt er zur momentanen Entwicklung im Flachdachbau?

Welches Thema wird in den nächsten 5 Jahren besonders an Bedeutung gewinnen – und warum?

Die dauerhafte Dichtheit ist und bleibt ein zentrales Thema beim Flachdach. Die Flachdächer vor 20-30 Jahren können nicht mit den heutigen Dächern verglichen werden. Heute werden die Dächer intensiv genutzt – als Flächen für Entspannung und Freizeit, Urban Gardening, um Solarenergie zu gewinnen oder auch um Platz für Gebäudetechnik zu finden. Da spielt eine dauerhafte Dichtheit eine zentrale Rolle, da jede kleine Undichtigkeit in der Regel zu großen Problemen und hohen Kosten führen kann.

Wo siehst du die häufigsten Missverständnisse zwischen Planung, Ausführung und Prüfung?

Die Zeiten verändern sich und heute gibt es weniger Zeit für eine gute Ausführung: Der Zeitdruck ist oft immens und dann kann die Qualität leiden. Die nächsten Gewerke stehen schon bereit und wollen dort ansetzen, wo der letzte Handwerker aufgehört hat. Oft sind die Zeit Fenster sehr eng getaktet.

Eine fortlaufende Schulung für neue Produkte finde ich essenziell. Es wird oft sehr schnell bei der Dichtheitsprüfung klar, wer als Verleger eine gute Schulung erhalten hat. Im ersten Moment scheint es vielleicht mit Kosten und Zeit verbunden zu sein – auf Dauer jedoch absolut rentabel.

Was macht ein besonders gutes Flachdach für dich aus?

Es gibt viele Dächer die mir in Erinnerung geblieben sind. Wenn ich auf ein frisch erstelltes Dach komme und sehe wie der Dachdecker sein Handwerk liebt, freue ich mich riesig. Von dem Stolz an seinem Können profitiert nicht nur er, sondern auch der Kunde. Da macht die Arbeit so richtig Spaß.

Von Dänemark nach Deutschland – was war für dich die größte Herausforderung?

Die Sprache war zuerst eine große Hürde. Dadurch, dass ich oft allein mit den Kunden unterwegs war, wurde ich jedoch gezwungen mich mit der Sprache auseinanderzusetzen. Heute finde ich große Freude an den vielen Dialekten und den Menschen dahinter.

Worauf achtest du als Geschäftsführer besonders bei deinem Team?

Mein Team soll spüren, dass ich sie sehr schätze. Ohne mein Team könnte ich die Firma nicht führen. Egal ob meine Kollegen im Büro sitzen oder auf den Dächern unterwegs sind, versuche ich immer ein offenes Ohr für sie bereit zu haben. Herausforderungen – große oder kleine – meistern wir gemeinsam. Wir haben eine sehr flache Hierarchie, was dazu führt, dass wir eine offene Kommunikation pflegen und schätzen. Das ist echt cool.